Österreichischer Händler seit 2008

Verlegerichtlinien

Verlegerichtlinien

Eigenverlegung

Alle Regeln für die Verlegung unserer Böden auf einen Blick — von der Akklimatisierung über den Untergrund bis zur Fußbodenheizung.

Bitte zuerst lesen

Prüfpflicht vor der Verlegung

Prüfen Sie den gelieferten Boden vor der Verlegung auf Farbe, Oberfläche, Sortierung, Kittung und Format — und darauf, ob alles mit Ihrer Bestellung übereinstimmt. Weicht die Ware ab oder sind Dielen sichtbar beschädigt, darf der Boden nicht verlegt werden. Verlegte Dielen gelten als akzeptiert: Offensichtliche Mängel können danach nicht mehr beanstandet werden. Über diese Richtlinien hinaus gelten die Pflege- und Verlegerichtlinien des Herstellers sowie die Hinweise im Paketeinleger Ihres Produkts. Weichen sie von den Regeln hier ab, gehen sie vor.

Verkleben oder schwimmend verlegen

Parkett lässt sich auf zwei Arten verlegen. Vollflächige Verklebung: Der Boden wird auf Estrich oder Untergrund geklebt. Diese Variante empfehlen wir. Sie ist deutlich geräuschärmer, weil Hohlräume und Vibrationen wegfallen, und sie ist bei einer Warmwasser-Fußbodenheizung die bessere Wahl. Als Klebstoff empfehlen wir den Silanklebstoff Bona R860.

Schwimmende Verlegung: Böden mit Klick-System kommen ohne Klebstoff aus. Bei Nut-Feder-Varianten müssen die Dielen untereinander verleimt werden.

Schlossdielen — dreischichtige Parkettböden über 15 mm Materialstärke — dürfen nicht schwimmend verlegt werden. Für sie gilt der eigene Abschnitt weiter unten.

Verlegeregeln

Diese Regeln gelten allgemein für unsere Böden. Im Paketeinleger des jeweiligen Produkts können weitere oder abweichende Hinweise stehen — die sind verbindlich.

1. Prüfung von Materialfehlern

Vor und während des Verlegens sind die Dielen eingehend auf Materialfehler zu überprüfen. Dielen mit sichtbaren Mängeln oder Beschädigungen dürfen nicht verlegt werden. Verlegen Sie nur bei Tageslicht oder guter Beleuchtung — sonst bleiben Beschädigungen und fehlerhafte Dielen unter Umständen unentdeckt.

2. Akklimatisierung vor der Verlegung

Die Dielen müssen mindestens 48 Stunden im Verlegeraum akklimatisieren, bei einer Raumtemperatur über 17 °C und 50–65 % Luftfeuchtigkeit. Die Pakete bleiben dabei geschlossen und liegen flach auf einer ebenen Unterlage.
Sind die Klimaunterschiede zwischen Lager und Verlegeraum groß, verlängern Sie die Zeit; sind sie annähernd gleich, darf sie kürzer sein. In Neubauten ist die Luftfeuchtigkeit meist hoch — hier ist dieser Punkt besonders wichtig.

3. Kein Einbau in Spritzwasserbereichen

Fertigparkett darf nicht dort verlegt werden, wo Spritzwasser auf den Boden gelangt. Stehendes Wasser dringt in das Holz ein und beschädigt es dauerhaft.
In dauerhaft feuchten Räumen — Saunabereiche, kleine Badezimmer — sollte Fertigparkett nicht verlegt werden. Soll es dennoch ins Badezimmer, muss es außerhalb der Spritzwasserbereiche von Dusche, Badewanne, Toilette und Waschbecken bleiben, und die relative Luftfeuchte muss dauerhaft zwischen 50 % und 65 % liegen. Pfützen und Feuchtigkeit an Rändern, in Fugen und auf der Fläche sind unbedingt zu vermeiden.

4. Beschaffenheit des Untergrundes

Alle Untergründe müssen eben, trocken und ausreichend fest sein — maximal 3 mm Unebenheit auf 1 m Länge. Größere Unebenheiten gleichen Sie mit handelsüblicher Spachtelmasse aus. Die Oberfläche soll rissfrei und ohne Ab- und Ausbrüche sein.
Lose oder nicht ausreichend feste Untergründe wie PVC- und Teppichbeläge müssen entfernt werden. Mineralische Untergründe und Estriche müssen ausreichend trocken sein.
Auf alten Holzdielen: lose Dielen mit der Unterkonstruktion verschrauben, das reduziert Knarren. Verlegen Sie quer zur Längsrichtung der Holzdielen.
Auf vorhandenem PVC, CV oder Linoleum ist eine Verlegung nur möglich, wenn die Beläge fest verklebt sind, keine losen Stellen haben und keine Fußbodenheizung vorhanden ist. Teppichböden sind als Untergrund ungeeignet — aus Festigkeitsgründen und aus hygienischer Sicht.

5. Dampfbremse bei mineralischen Untergründen

Auf einem trockenen mineralischen Untergrund gehört eine 0,2 mm starke Polyethylen-Folie unter den Boden — oder ein Unterboden mit integriertem Feuchtigkeitsschutz. Sie verhindert, dass Restfeuchtigkeit die Rückseite des Bodens erreicht.
Die Bahnen überlappen an den Kanten etwa 30 cm und werden verklebt. Am Rand lassen Sie die Folie wannenförmig hochstehen und schneiden den Überstand nach dem Anbringen der Sockelleiste mit einem Messer ab.
Wichtig: Eine Polyethylen-Folie wirkt als Dampfbremse — keinesfalls als Bauwerksabdichtung.

6. Dehnungsfugen und Wandabstand

Holz schwindet und quillt je nach Klima. Der verlegte Boden braucht deshalb zu allen festen Bauteilen Abstand: zu Wänden, Stützen, Heizkörperrohren.
Zu geringer Wandabstand ist der häufigste Verlegefehler. Er zeigt sich oft erst im Sommer, wenn sich der Boden bei höherer Luftfeuchte und Temperatur ausdehnt.
Der Abstand beträgt mindestens 10–15 mm an jeder Seite, bei größeren Flächen entsprechend mehr.
Faustregel: pro Meter Raumbreite mindestens 2 mm Dehnungsfuge an beiden Seiten. Bei 5 m Raumbreite also mindestens 10 mm je Seite.
Schon eine einzige Stelle, an der das Material anliegt, kann dazu führen, dass sich ein schwimmend verlegter Boden abdrückt und wölbt. Beliebte Schwachpunkte: Türzargen, Treppenanschlüsse, Heizkörperanschlüsse und Abschlussschienen.
Schwere Gegenstände wie Küchenzeilen und Schränke lassen dem Boden nur noch eine Ausdehnungsrichtung — auf der Gegenseite braucht er dann den doppelten Wandabstand. Wir empfehlen, Einbaumöbel vor der Verlegung aufzustellen und den Boden nur bis unter den Sockel zu führen. So lässt er sich später unkompliziert wieder aufnehmen.
Abgedeckt werden die Dehnungsfugen im Wandbereich mit Sockelleisten, sonst mit Bodenprofilen. An Stahlzargen ist auch eine dauerelastische Fugenmasse möglich.

Anforderungen an den Untergrund

Der Untergrund muss verlegereif sein: frei von alten Belägen, sauber, dauerhaft trocken, eben, fest und tragfähig.

Die Estrichfeuchte wird immer mit einem Messgerät ermittelt — geschätzt wird nicht.

Estrichart ohne Fußbodenheizung mit Fußbodenheizung
Zementestrich max. 2,0 CM % max. 1,5 CM %
Anhydritestrich (Calciumsulfat) max. 0,5 CM % max. 0,3 CM %

Für Holz-Dreischichtböden gilt eine Holzfeuchte von 7 % ± 1 %.

Maßgebliche Regelwerke

  • DIN 18202 — Toleranzen im Hochbau, Ebenheit des Untergrundes
  • DIN 18560 — Mindestanforderungen an Estriche
  • VOB Teil C / DIN 18365 — Bodenbelagsarbeiten
  • EN 1264-2 — Fußbodenheizung und Komponenten

Verlegung auf Warmwasser-Fußbodenheizung

Unsere Parkettböden eignen sich gut für die vollflächige Verklebung auf einer Warmwasser-Fußbodenheizung. Ab 15 mm Materialstärke steigt allerdings der Wärmedurchgangswiderstand — mit spürbarem Effizienzverlust der Heizung. Bei Massivholzböden gelten die Verlegeanweisungen des Herstellers.

Vor der Verlegung

Das Heizprotokoll für den Estrich ist einzuhalten. Estrich- und Holzfeuchte werden vorher kontrolliert. Die Fußbodenheizung muss mindestens zwei Tage abgeschaltet sein, die Oberflächentemperatur unter 20 °C liegen. Die Raumtemperatur muss über 15 °C betragen.

Nach der Verlegung

Frühestens nach sechs Tagen darf wieder aufgeheizt werden. Die Fußbodenoberfläche darf dauerhaft nicht über 27 °C erwärmt werden.

Was dazugehört

Eine Fußbodenheizung trocknet Holz stark aus. Risse im Kernbereich und kleine Fugen zwischen den Dielen, längs wie stirnseitig, sind die Folge und berechtigen nicht zur Reklamation. Auch bei schwankendem Raumklima müssen Fugen und leichte Rissbildungen in der Deckschicht in Kauf genommen werden.

Schlossdielen — Montage und Verlegung

Schlossdielen sind dreischichtige Parkettböden über 15 mm Materialstärke. Sie dürfen nicht schwimmend verlegt werden, sondern werden vollflächig auf dem Unterboden verklebt.

Auf den vorgeschliffenen Estrich kommt Parkettkleber — wir empfehlen den Silanklebstoff Bona R860 oder einen gleichwertigen. Sparen Sie nicht an der Menge: Bei normal saugendem Untergrund gehören 1000 bis 1200 g pro m² auf den Untergrund. Beachten Sie die Verarbeitungshinweise des Klebstoffherstellers.

Die Dielen werden mit einem schweren Hammer über 1500 g und einem Kunststoff- oder Hartholzklotz (40 × 40 × 400 mm) zusammengeklopft. Schlossdielen sitzen etwas strenger in Nut und Feder, damit sie über die gesamte Länge kraftschlüssig verbunden sind.

Treten Sie die Dielen an und beschweren Sie sie, teilweise mit Stützen von der Decke und mit Gewichten an den Stirnseiten. Die Dielen müssen satt im Kleberbett liegen, bis der Kleber abgebunden hat.

Nut und Feder werden nicht verleimt — bei vollflächiger Verklebung soll jede Diele für sich arbeiten können. Das gilt besonders auf Fußbodenheizung.

Service-Hotline

Unsicher? Fragen Sie vorher.

Ein Anruf vor der Verlegung ist billiger als ein neuer Boden danach.